Die kurze Antwort: Ja, Sie können ein Bewerbungsfoto selbst machen. Ein modernes Smartphone liefert genug Qualität. Was über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist nicht die Kamera, sondern das Licht und der Bildausschnitt – und beides kostet nichts.
Was Sie zu Hause dagegen nur schwer hinbekommen: das gleichmäßige, weiche Studiolicht, das ein Gesicht plastisch wirken lässt, und einen wirklich sauberen, gleichmäßigen Hintergrund. Dazu unten mehr.
Was Sie brauchen
- Ein Smartphone (jedes Modell der letzten Jahre genügt)
- Ein Fenster mit Tageslicht – aber keine direkte Sonne
- Eine helle, glatte Wand ohne Muster
- Einen Bücherstapel, eine Kommode oder ein kleines Stativ
- Rund 20 Minuten Zeit
Die Anleitung in fünf Schritten
1. Das Licht zuerst
Stellen Sie sich mit dem Gesicht zum Fenster, etwa zwei Meter davon entfernt. Das Fenster ist Ihre Lichtquelle – weich, groß und kostenlos. Ein bedeckter Himmel ist ideal, direkte Sonne dagegen erzeugt harte Schatten und zusammengekniffene Augen.
Schalten Sie die Deckenlampe aus. Licht von oben wirft Schatten in die Augenhöhlen und unter die Nase – der häufigste Grund, warum selbstgemachte Fotos müde wirken.
2. Der Hintergrund
Eine weiße oder hellgraue Wand ohne Bilder, Steckdosen und Muster. Wichtig: Stellen Sie sich mindestens einen Meter von der Wand weg. Stehen Sie direkt davor, wirft Ihr Körper einen harten Schatten – das sieht sofort nach Passbildautomat aus.
3. Die Kamera
Nutzen Sie die Rückkamera, nicht die Selfie-Kamera. Die Rückkamera hat die bessere Optik und verzerrt das Gesicht weniger. Stellen Sie das Handy auf Augenhöhe auf einen Bücherstapel und verwenden Sie den Selbstauslöser oder eine Serienaufnahme.
Auf Augenhöhe ist entscheidend: Von unten fotografiert wirkt jedes Gesicht dominant, von oben unterwürfig.
4. Der Ausschnitt
Kopf und Schultern, etwas Luft über dem Kopf. Gehen Sie lieber einen Schritt weiter weg als zu nah – aus der Nähe wirken Nasen größer. Zuschneiden können Sie später, herauszoomen nicht.
5. Viele Aufnahmen, ein Bild
Machen Sie 30 bis 50 Aufnahmen mit kleinen Veränderungen: Kopf leicht drehen, Schultern locker lassen, mal mit Lächeln, mal ohne. Profis machen für ein einziges Bild hunderte Aufnahmen. Suchen Sie danach in Ruhe das beste heraus.
Die 7 häufigsten Fehler
Was anziehen?
Faustregel: Eine Stufe formeller als der Alltag im Zielberuf. Wer sich im Handwerk bewirbt, braucht keinen Anzug; wer in die Bank will, kein T-Shirt.
- Gut: einfarbige Oberteile, Hemd oder Bluse, Blazer, gedeckte Farben
- Schwierig: kleinteilige Muster und Streifen – sie flimmern auf kleinen Bildern
- Vermeiden: auffällige Logos, sehr grelles Weiß direkt am Gesicht
Welche Größe muss ein Bewerbungsfoto haben?
| Verwendung | Format | Hinweis |
|---|---|---|
| Gedruckte Bewerbung | 4,5 × 6 cm | Der Klassiker in Deutschland |
| Größere Variante | 5 × 7 cm | Wirkt auf dem Deckblatt großzügiger |
| Digitale Bewerbung | mind. 600 × 800 px | Seitenverhältnis 3:4 |
| LinkedIn / XING | quadratisch, ab 400 × 400 px | Gesicht mittig, mehr Luft am Rand |
Ein Bild im Verhältnis 3:4 deckt fast alles ab – daraus lassen sich sowohl 4,5 × 6 cm als auch ein quadratischer Ausschnitt gewinnen.
Ist ein Foto überhaupt Pflicht?
Nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf niemand ein Foto verlangen, und eine Bewerbung ohne Bild darf nicht schlechter bewertet werden. In der Praxis erwarten viele deutsche Arbeitgeber trotzdem eines – und ein gutes Foto wirkt in aller Regel für Sie. Ein schlechtes allerdings gegen Sie: Dann ist gar keines die bessere Wahl.
Was kostet die Alternative?
| Weg | Preis | Aufwand |
|---|---|---|
| Selbst machen | 0 € | ~20 Min. + Nachbearbeitung |
| Drogeriemarkt | ca. 15–25 € | Hinfahren, kein Studiolicht |
| Fotograf | ca. 60–180 € | Termin, Anfahrt, meist 1–2 Wochen |
| KI aus eigenen Selfies | ab 24 € | Hochladen, ca. 30 Min. warten |
Wann Selbermachen genügt – und wann nicht
Selbst machen reicht, wenn Sie helles Fensterlicht und eine freie helle Wand haben, sich mit Zuschneiden auskennen und etwas Geduld mitbringen.
Es wird schwierig, wenn Ihre Wohnung dunkel ist, keine freie Wand vorhanden ist, oder wenn Sie mehrere Varianten für unterschiedliche Bewerbungen brauchen. Studiolicht lässt sich mit einem Fenster eben nicht vollständig ersetzen.
Keine helle Wand? Kein Fenster? Kein Problem.
Laden Sie ein paar Selfies hoch – wir erstellen daraus professionelle Bewerbungsfotos mit Studiolicht und sauberem Hintergrund. Die Vorschau ist kostenlos: Sie sehen zuerst das Ergebnis und entscheiden danach, ob Sie es haben möchten.
Gratis-Vorschau ansehen → Kostenlos und unverbindlich · ab 24 € · Geld-zurück-Garantie auch nach dem DownloadSo sehen die Ergebnisse aus
Häufige Fragen
Darf man ein Selfie als Bewerbungsfoto nehmen?
Ein erkennbares Selfie mit ausgestrecktem Arm wirkt unprofessionell. Stellen Sie das Handy aber auf einen festen Untergrund und nutzen den Selbstauslöser, ist es technisch kein Selfie mehr – und das Ergebnis kann durchaus überzeugen.
Farbig oder schwarz-weiß?
Farbig. Schwarz-weiß wirkt in Bewerbungen schnell künstlerisch statt sachlich und wird selten erwartet.
Lächeln oder ernst?
Ein freundlicher, geschlossener Mundausdruck passt fast überall. Sehr ernste Mienen wirken abweisend, breites Lachen mit Zähnen wirkt je nach Branche zu locker.
Wo gehört das Foto hin?
Auf das Deckblatt oder oben rechts in den Lebenslauf. Beides ist üblich; doppelt sollte es nicht erscheinen.