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Bewerbungsfoto selber machen

Mit Handy, Fenster und einer weißen Wand kommen Sie erstaunlich weit. Diese Anleitung zeigt, wie – und wo die Grenzen liegen.

Die kurze Antwort: Ja, Sie können ein Bewerbungsfoto selbst machen. Ein modernes Smartphone liefert genug Qualität. Was über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, ist nicht die Kamera, sondern das Licht und der Bildausschnitt – und beides kostet nichts.

Was Sie zu Hause dagegen nur schwer hinbekommen: das gleichmäßige, weiche Studiolicht, das ein Gesicht plastisch wirken lässt, und einen wirklich sauberen, gleichmäßigen Hintergrund. Dazu unten mehr.

Was Sie brauchen

Die Anleitung in fünf Schritten

1. Das Licht zuerst

Stellen Sie sich mit dem Gesicht zum Fenster, etwa zwei Meter davon entfernt. Das Fenster ist Ihre Lichtquelle – weich, groß und kostenlos. Ein bedeckter Himmel ist ideal, direkte Sonne dagegen erzeugt harte Schatten und zusammengekniffene Augen.

Schalten Sie die Deckenlampe aus. Licht von oben wirft Schatten in die Augenhöhlen und unter die Nase – der häufigste Grund, warum selbstgemachte Fotos müde wirken.

2. Der Hintergrund

Eine weiße oder hellgraue Wand ohne Bilder, Steckdosen und Muster. Wichtig: Stellen Sie sich mindestens einen Meter von der Wand weg. Stehen Sie direkt davor, wirft Ihr Körper einen harten Schatten – das sieht sofort nach Passbildautomat aus.

3. Die Kamera

Nutzen Sie die Rückkamera, nicht die Selfie-Kamera. Die Rückkamera hat die bessere Optik und verzerrt das Gesicht weniger. Stellen Sie das Handy auf Augenhöhe auf einen Bücherstapel und verwenden Sie den Selbstauslöser oder eine Serienaufnahme.

Auf Augenhöhe ist entscheidend: Von unten fotografiert wirkt jedes Gesicht dominant, von oben unterwürfig.

4. Der Ausschnitt

Kopf und Schultern, etwas Luft über dem Kopf. Gehen Sie lieber einen Schritt weiter weg als zu nah – aus der Nähe wirken Nasen größer. Zuschneiden können Sie später, herauszoomen nicht.

5. Viele Aufnahmen, ein Bild

Machen Sie 30 bis 50 Aufnahmen mit kleinen Veränderungen: Kopf leicht drehen, Schultern locker lassen, mal mit Lächeln, mal ohne. Profis machen für ein einziges Bild hunderte Aufnahmen. Suchen Sie danach in Ruhe das beste heraus.

Ein Trick, der viel bringt: Denken Sie kurz vor dem Auslösen an etwas Angenehmes. Ein echtes Lächeln erreicht die Augen, ein gestelltes bleibt im Mund stecken – und genau das sieht man.

Die 7 häufigsten Fehler

1. Deckenlampe an. Erzeugt Schatten in den Augenhöhlen. Immer Fensterlicht von vorn.
2. Zu nah an der Wand. Harter Schlagschatten hinter dem Kopf. Ein Meter Abstand genügt.
3. Selfie-Kamera mit ausgestrecktem Arm. Verzerrt das Gesicht und ist als Selfie erkennbar.
4. Erkennbarer Wohnzimmer-Hintergrund. Vorhänge, Türrahmen und Pflanzen lenken ab.
5. Freizeitkleidung. Kapuzenpulli und Trägertop passen selten zur Bewerbung – auch nicht angeschnitten.
6. Starker Weichzeichner. Beauty-Filter machen Haut wie Plastik. Personaler erkennen das sofort.
7. Foto ist Jahre alt. Sie müssen im Vorstellungsgespräch wiedererkennbar sein.

Was anziehen?

Faustregel: Eine Stufe formeller als der Alltag im Zielberuf. Wer sich im Handwerk bewirbt, braucht keinen Anzug; wer in die Bank will, kein T-Shirt.

Welche Größe muss ein Bewerbungsfoto haben?

VerwendungFormatHinweis
Gedruckte Bewerbung4,5 × 6 cmDer Klassiker in Deutschland
Größere Variante5 × 7 cmWirkt auf dem Deckblatt großzügiger
Digitale Bewerbungmind. 600 × 800 pxSeitenverhältnis 3:4
LinkedIn / XINGquadratisch, ab 400 × 400 pxGesicht mittig, mehr Luft am Rand

Ein Bild im Verhältnis 3:4 deckt fast alles ab – daraus lassen sich sowohl 4,5 × 6 cm als auch ein quadratischer Ausschnitt gewinnen.

Ist ein Foto überhaupt Pflicht?

Nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf niemand ein Foto verlangen, und eine Bewerbung ohne Bild darf nicht schlechter bewertet werden. In der Praxis erwarten viele deutsche Arbeitgeber trotzdem eines – und ein gutes Foto wirkt in aller Regel für Sie. Ein schlechtes allerdings gegen Sie: Dann ist gar keines die bessere Wahl.

Was kostet die Alternative?

WegPreisAufwand
Selbst machen0 €~20 Min. + Nachbearbeitung
Drogeriemarktca. 15–25 €Hinfahren, kein Studiolicht
Fotografca. 60–180 €Termin, Anfahrt, meist 1–2 Wochen
KI aus eigenen Selfiesab 24 €Hochladen, ca. 30 Min. warten

Wann Selbermachen genügt – und wann nicht

Selbst machen reicht, wenn Sie helles Fensterlicht und eine freie helle Wand haben, sich mit Zuschneiden auskennen und etwas Geduld mitbringen.

Es wird schwierig, wenn Ihre Wohnung dunkel ist, keine freie Wand vorhanden ist, oder wenn Sie mehrere Varianten für unterschiedliche Bewerbungen brauchen. Studiolicht lässt sich mit einem Fenster eben nicht vollständig ersetzen.

Keine helle Wand? Kein Fenster? Kein Problem.

Laden Sie ein paar Selfies hoch – wir erstellen daraus professionelle Bewerbungsfotos mit Studiolicht und sauberem Hintergrund. Die Vorschau ist kostenlos: Sie sehen zuerst das Ergebnis und entscheiden danach, ob Sie es haben möchten.

Gratis-Vorschau ansehen → Kostenlos und unverbindlich · ab 24 € · Geld-zurück-Garantie auch nach dem Download

So sehen die Ergebnisse aus

Beispiel für ein KI-Bewerbungsfoto Beispiel für ein KI-Bewerbungsfoto Beispiel für ein KI-Bewerbungsfoto Beispiel für ein KI-Bewerbungsfoto

Häufige Fragen

Darf man ein Selfie als Bewerbungsfoto nehmen?

Ein erkennbares Selfie mit ausgestrecktem Arm wirkt unprofessionell. Stellen Sie das Handy aber auf einen festen Untergrund und nutzen den Selbstauslöser, ist es technisch kein Selfie mehr – und das Ergebnis kann durchaus überzeugen.

Farbig oder schwarz-weiß?

Farbig. Schwarz-weiß wirkt in Bewerbungen schnell künstlerisch statt sachlich und wird selten erwartet.

Lächeln oder ernst?

Ein freundlicher, geschlossener Mundausdruck passt fast überall. Sehr ernste Mienen wirken abweisend, breites Lachen mit Zähnen wirkt je nach Branche zu locker.

Wo gehört das Foto hin?

Auf das Deckblatt oder oben rechts in den Lebenslauf. Beides ist üblich; doppelt sollte es nicht erscheinen.

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