Sachbearbeitung, Assistenz, Buchhaltung, Verwaltung, Kundenservice: In kaufmännischen Berufen erwartet die Personalabteilung ein Foto, das vor allem eines ausstrahlt – Zuverlässigkeit. Hier steht, wie das konkret aussieht.
Ein Bewerbungsfoto für den kaufmännischen Bereich wird in Sekunden gelesen. Die Person, die Ihre Unterlagen sichtet, prüft unbewusst drei Dinge: Wirkt diese Person geordnet? Wirkt sie ansprechbar? Passt sie in unser Team? Alles, was von diesen drei Fragen ablenkt – ein unruhiger Hintergrund, ein zu legeres Outfit, ein verkrampfter Gesichtsausdruck – arbeitet gegen Sie.
Anders als in kreativen Berufen zählt hier nicht der auffällige Auftritt, sondern der ruhige. Ein gutes Büro-Bewerbungsfoto fällt nicht auf – es fällt nur nicht negativ auf, und genau das ist die Aufgabe.
Die Grundregel lautet: eine Stufe schicker als im Alltag am Arbeitsplatz, zu dem Sie sich bewerben. Für die allermeisten Bürojobs bedeutet das:
| Umfeld | Passende Kleidung |
|---|---|
| Verwaltung, Bank, Versicherung, Kanzlei | Blazer oder Sakko, Hemd bzw. Bluse, ruhige Farben. Krawatte optional, aber nie verkehrt. |
| Mittelständisches Büro, Sachbearbeitung | Hemd oder Bluse, gern mit Blazer. Offener Kragen wirkt modern und bleibt seriös. |
| Kundenservice, Empfang, Assistenz | Freundlich und gepflegt: Bluse oder Hemd, dezente Farbe, Blazer möglich. |
| Ausbildung, Praktikum, Berufseinstieg | Hemd oder Bluse reicht völlig. Ein Anzug wirkt beim Berufseinstieg oft verkleidet. |
Bei den Farben gilt: Dunkelblau, Grau, Anthrazit, Weiß und Creme funktionieren immer. Sie lenken den Blick auf das Gesicht statt auf das Kleidungsstück. Ausführlich steht das im Ratgeber Bewerbungsfoto: Was anziehen?.
Für kaufmännische Bewerbungen ist ein einfarbiger, heller Hintergrund die richtige Wahl. Hellgrau ist der unauffälligste – er hebt dunkle Kleidung sauber ab, ohne hart zu wirken. Weiß wirkt clean und modern, kann aber bei heller Kleidung die Konturen verschlucken. Creme ist die wärmere Variante und passt gut, wenn Sie zugänglich wirken möchten, etwa im Kundenkontakt.
Rechtlich nein. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist das Bewerbungsfoto in Deutschland freiwillig, und kein Arbeitgeber darf eines verlangen. In der Praxis sieht es im kaufmännischen Bereich anders aus als etwa in der IT: Viele Unternehmen erwarten weiterhin ein Foto, und eine Bewerbung ohne wirkt für manche Personalabteilungen unvollständig.
Die ehrliche Empfehlung: Wenn Sie ein gutes Foto haben, legen Sie es bei. Wenn Sie nur ein schlechtes haben, lassen Sie es lieber weg – ein unscharfes Handyfoto schadet mehr, als gar kein Bild.
Ein Fotostudio kostet für Bewerbungsfotos üblicherweise zwischen 60 und 250 Euro, dazu kommen Terminvereinbarung, Anfahrt und meist ein bis zwei Wochen Wartezeit auf die bearbeiteten Bilder. Für eine einzelne Bewerbung ist das viel Aufwand – und wenn Sie sich parallel in mehreren Richtungen bewerben, brauchen Sie oft ohnehin mehr als ein Outfit.
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